Wissen · Wände & Oberflächen
Warum tapezieren, wenn ich die Wand auch streichen kann?
Eine Tapete kann einer Wand etwas geben, das über ihren Farbton hinausgeht: eine feine Gewebestruktur, ein spürbares Relief oder ein Motiv, das den Raum prägt. Ein Anstrich kann dagegen die gewünschte Ruhe schaffen und andere Dinge wirken lassen. Welche Lösung zu Ihnen passt, beginnt deshalb mit der Frage, was Ihre Wand im Raum übernehmen soll.
Vielleicht fehlt dem Schlafzimmer noch Wärme. Vielleicht ist im Wohnzimmer schon vieles vorhanden, und Sie wünschen sich vor allem einen verbindenden Hintergrund. Beides kann ein guter Ausgangspunkt sein – für Farbe ebenso wie für eine besondere Wandbekleidung.
Patrick Klein · Kleine Raumphilosophie
Tapete darf auch ganz leise sein
Wer bei Tapeten zuerst an auffällige Muster denkt, übersieht ihre ruhigen Seiten. Eine zurückhaltende Struktur kann erst bei näherem Hinsehen oder im seitlichen Licht sichtbar werden. Sie gibt der Fläche Tiefe, ohne ein weiteres großes Motiv in den Raum zu bringen. Dabei macht es einen Unterschied, ob eine Oberfläche tatsächlich aus Fasern besteht oder deren Erscheinung nachbildet.
Unter unseren klassischen Tapeten finden Sie sanfte Strukturen und wiederkehrende Muster. Design- und Motivtapeten erzählen mit einem größeren Motiv eine eigene Geschichte. Diese Unterscheidung beschreibt die Gestaltung; sie sagt noch nichts über die Pflege oder die Eignung für einen bestimmten Raum aus.
Was steht bereits vor der Wand?
Ein Sofa mit lebendigem Stoff, ein gemaserter Holzboden und ein ausdrucksstarkes Bild bringen bereits viel mit. Vielleicht braucht es daneben nur eine ruhige Farbe. In einer schlichten Einrichtung kann eine textile Wandbekleidung dagegen genau die Wärme ergänzen, die Ihnen bisher fehlt.
Auch eine Kombination ist möglich: eine besondere Wand hinter dem Bett, begleitet von passend abgestimmten gestrichenen Flächen. Die Auswahl wird leichter, wenn Sie Boden, Möbelstoffe und Tapetenmuster nebeneinander betrachten. Prüfen Sie sie im Raum bei Tageslicht und bei der Beleuchtung, die Sie am Abend verwenden.
Ein Muster braucht einen Platz, nicht nur Quadratmeter
Bei einem wiederkehrenden Muster bezeichnet der Rapport den Abstand, in dem sich die Gestaltung wiederholt. Der Ansatz beschreibt, wie benachbarte Bahnen dazu zusammenpassen. Das beeinflusst den Zuschnitt und den Materialbedarf. Die technischen Erläuterungen von Arte unterscheiden beispielsweise zwischen geradem und versetztem Ansatz.
Zur Planung gehört deshalb auch, wo das Muster an einer Tür endet und wie es hinter einem Möbel sichtbar bleibt. Für größere Motive betrachten wir zusätzlich die Bildaufteilung. Mehr dazu lesen Sie in Ist mein Raum für eine Motivtapete nicht zu klein?
Die Wand darunter entscheidet mit
Eine Tapete ist keine verlässliche Abkürzung, um lose Altanstriche, Risse oder Unebenheiten zu überdecken. Je nach Material können sich diese später abzeichnen. Eine dünne oder durchscheinende Wandbekleidung stellt zudem andere Anforderungen an die Gleichmäßigkeit des Untergrundfarbtons als eine deckende Oberfläche.
Omexco verlangt in seiner allgemeinen Verarbeitungsanleitung einen sauberen, glatten, trockenen, festen und gleichmäßig gefärbten Untergrund. Welche Vorarbeiten und welcher Klebstoff tatsächlich nötig sind, wird am vorhandenen Untergrund und nach der Anleitung des ausgewählten Produkts festgelegt. Auch für einen schönen Anstrich braucht die Wand eine passende Vorbereitung.
Pflege gehört zur Auswahl dazu
Im Gang wird eine Wand anders beansprucht als hinter einem Bett. Klären Sie deshalb vor der Auswahl, ob und wie sich die konkrete Oberfläche reinigen lässt. Die Bezeichnung Tapete allein beantwortet das ebenso wenig wie die Bezeichnung Wandfarbe.
Wie groß die Unterschiede sein können, zeigen die Pflegehinweise von Omexco: Dort werden empfindliche Naturfaserbeläge anders behandelt als besonders waschbare Produkte. Auch spätere Entfernbarkeit oder Überstreichbarkeit sollten für das jeweilige Material geklärt werden. Eine pauschale Zusage wäre hier wenig hilfreich.
Von der Materialidee zur fertigen Fläche
Wir verbinden die gestalterische Auswahl mit der handwerklichen Ausführung. Bei einer Wandbekleidung gehören die Einteilung der Bahnen und saubere Anschlüsse ebenso dazu wie der Blick auf Möbel und Licht. Bei der Farbgestaltung stimmen wir Farbton und Oberfläche auf denselben Raum ab.
Bringen Sie zum ersten Projektgespräch gern Fotos und Ihre bisherigen Ideen mit. Dieses Gespräch ist unverbindlich und kostenfrei. Eine vertiefende Planung, Bemusterung und die Ausführung vereinbaren wir anschließend passend zum Vorhaben.
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Über den Autor
Kleine Raumphilosophie – Patrick Klein
Patrick Klein verbindet seine Ausbildung im Interior Design mit handwerklicher Erfahrung in der Malerei, bei Tapeten und besonderen Oberflächen. In der Kleinen Raumphilosophie in Marchtrenk entwickelt er Raumkonzepte und führt zentrale Gestaltungsarbeiten mit seinem Betrieb selbst aus.