Wissen · Farbe & Licht
Macht eine dunkle Wand meinen Raum nicht noch kleiner?
Eine dunkle Wand verändert die Wirkung eines Raumes, muss ihn aber nicht unangenehm eng erscheinen lassen. Entscheidend sind ihre Position, das vorhandene Licht und die Farben daneben. Und auch Ihre Vorstellung zählt: Soll der Raum möglichst offen wirken oder eher ein ruhiger Rückzugsort sein?
Vielleicht gefällt Ihnen ein tiefes Grün oder ein warmer, dunkler Braunton. Doch sobald Sie an das eigene Zimmer denken, werden Sie unsicher. Diese Überlegung ist sinnvoll. Aus der Größe allein lässt sich allerdings noch keine passende Wandfarbe ableiten.
Patrick Klein · Kleine Raumphilosophie
Helligkeit und Großzügigkeit sind nicht dasselbe
Dunkle Oberflächen werfen im Allgemeinen weniger Licht zurück als helle. Soll eine solche Wand ähnlich hell erscheinen, muss die Beleuchtung entsprechend darauf abgestimmt werden. ERCO erläutert diesen Zusammenhang anhand unterschiedlicher Oberflächen und ihrer Lichtreflexion. Mehr zum Zusammenspiel von Material und Beleuchtung.
Ob Sie einen Raum als großzügig empfinden, hängt zugleich von seiner Einrichtung ab. Freie Wege, passende Möbelgrößen und ein klarer Blick durchs Zimmer können mehr bewirken als die Entscheidung zwischen zwei Wandfarben. Eine helle Wand löst deshalb nicht automatisch das Gefühl, dass zu viel im Raum steht.
Welche Wand soll den Raum prägen?
Betrachten Sie den Raum vom Eingang und von Ihrem Lieblingsplatz aus. Eine dunkle Fläche hinter dem Sofa kann die Sitzgruppe zusammenfassen. In einer Nische kann sie einen bewussten Rückzugsbereich betonen. Das sind unterschiedliche Aufgaben, auch wenn derselbe Farbton verwendet wird.
Berücksichtigen Sie dabei Türen, Fenster, Bilder und Möbel. Viele helle Unterbrechungen können sich auf einer dunklen Wand deutlich abzeichnen. Wenn Sie sich eine ruhige Fläche wünschen, gehört dieser Kontrast zur Entscheidung dazu. Ein großes, helles Möbel wirkt davor anders als ein dunkler Schrank mit ähnlichem Farbton.
Ein kleiner Raum darf Geborgenheit haben
Nicht jedes Zimmer muss optisch möglichst groß werden. Vielleicht möchten Sie im Schlafzimmer vor allem zur Ruhe kommen oder im Lesebereich eine umhüllende Atmosphäre schaffen. Ein satter Farbton kann zu dieser Vorstellung passen, wenn Textilien, Einrichtung und Licht ihn begleiten.
Auch die Decke darf in die Überlegung einfließen. Weiß ist eine Möglichkeit, ein abgetönter oder dunklerer Ton eine andere. Bevor Sie mehrere Flächen einbeziehen, lohnt sich ein gemeinsamer Blick auf Raumhöhe, Übergänge und Beleuchtung. Für eine angenehme Wirkung gibt es keine pauschale Vorgabe, dass nur eine Wand dunkel sein darf.
Wenig Tageslicht verlangt einen Blick auf das Licht
Eine dunkle Wand in einem lichtarmen Raum braucht besondere Aufmerksamkeit. Prüfen Sie, wo Sie lesen, sich anziehen oder Dinge suchen und ob Sie dort ausreichend sehen. Wenn abends nur eine Leuchte die Raummitte erhellt, kann die gewünschte Farbwirkung an den Wänden ganz anders ausfallen als auf dem Muster.
Eine gezielt beleuchtete Wand oder eine gut platzierte Leseleuchte kann die Gestaltung unterstützen. Welche Ergänzung sinnvoll ist, ergibt sich aus der Nutzung. Mit immer mehr Leuchten lässt sich ein unpassendes Konzept ebenso wenig lösen wie mit einer grundsätzlich weißen Wand.
Die Entscheidung im eigenen Raum treffen
Nehmen Sie den Boden, größere Möbel und wichtige Stoffe zur Farbauswahl dazu. Ein Dunkelton, den Sie für sich genommen mögen, kann neben einem rötlichen Holz oder einem kühlen Boden anders wirken. Schauen Sie sich eine ausreichend große Probe tagsüber und am Abend an. Die kleine Farbkarte bleibt eine Orientierung, die Probe zeigt mehr vom späteren Zusammenhang.
Wie Sie Farbe, Oberfläche und Beleuchtung sinnvoll vergleichen, beschreiben wir im Beitrag Warum sieht die Wandfarbe anders aus als auf der Farbkarte?
Vom Farbgedanken zur fertigen Wand
Zur Auswahl gehört auch die Ausführung: Untergrund, Produkt, Glanzgrad und Verarbeitung bestimmen die spätere Oberfläche mit. Eine ungleichmäßige Fläche wird durch einen schönen Farbton nicht automatisch ruhig. Wir beziehen deshalb die vorhandene Wand und die gewünschte Materialwirkung in unsere Farbgestaltung ein und übernehmen die fachgerechten Malerarbeiten.
Im ersten Projektgespräch können wir besprechen, welche Stimmung Sie sich für Ihren Raum wünschen. Das Gespräch im Schauraum in Marchtrenk ist unverbindlich und kostenfrei. Eine weiterführende Planung und Bemusterung vereinbaren wir gesondert.
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Über den Autor
Kleine Raumphilosophie – Patrick Klein
Patrick Klein verbindet seine Ausbildung im Interior Design mit handwerklicher Erfahrung in der Malerei, bei Tapeten und besonderen Oberflächen. In der Kleinen Raumphilosophie in Marchtrenk entwickelt er Raumkonzepte und führt zentrale Gestaltungsarbeiten mit seinem Betrieb selbst aus.