Wissen · Bad & Boden
Kann ich eine Tapete wirklich im Badezimmer einsetzen?
Ja – mit einer Tapete kann auch ein Badezimmer eine ganz persönliche Atmosphäre bekommen. Eine ruhige Landschaft, eine feine Struktur oder ein ausdrucksvolles Motiv verändern den Blick auf den Raum. Entscheidend ist jedoch, welche Wand gestaltet wird und wie viel Wasser dort tatsächlich ankommt.
Eine Wand gegenüber dem Waschtisch stellt andere Anforderungen als die Fläche direkt hinter der Dusche. Deshalb wählen wir Motiv und Material gemeinsam aus.
Patrick Klein · Kleine Raumphilosophie
Wo soll die Tapete ihren Platz finden?
Betrachten Sie Ihr Bad zunächst in einzelnen Bereichen: Wo bleibt die Wand weitgehend trocken? Wo entstehen regelmäßig Spritzer? Welche Fläche wird beim Duschen unmittelbar nass? Der Begriff „fürs Badezimmer geeignet“ allein beantwortet diese Fragen noch nicht.
Für direkt beanspruchte Duschwände gibt es eigens entwickelte Systeme. Eine abwaschbare Oberfläche für den Wohnbereich ist damit nicht automatisch gleichzusetzen. Und auch bei einem geeigneten Nassraummaterial müssen Kleber, Untergrund und Anschlüsse zusammenpassen.
Zwei Nassraumsysteme – zwei unterschiedliche Aufbauten
Beim AQUABOUT WET SYSTEM von Wall&decò gehört die Gestaltung zu einem abgestimmten Aufbau aus Grundierung, speziellem Kleber, Glasfasergewebe und Schutzbeschichtung. Der Hersteller sieht das System für Wände mit direktem Wasserkontakt vor, darunter Duschbereiche. Zum Aufbau von AQUABOUT WET SYSTEM.
GlamFusion Plus von Glamora besitzt dagegen eine bereits geschützte Oberfläche. Die Produktbeschreibung nennt diese werkseitige Ausrüstung als Unterschied zur nachträglichen Beschichtung der sichtbaren Fläche. Zu GlamFusion Plus.
Für Ihre Entscheidung heißt das: Zwei Tapeten können im fertigen Bad ähnlich wirken und dennoch einen anderen Aufbau benötigen. Wir betrachten daher immer das konkrete Produkt und den vorgesehenen Einsatzbereich.
Schutzoberfläche und Abdichtung sind zwei verschiedene Aufgaben
Die schöne Oberfläche ist nur ein Teil der Arbeit. Gerade in der Dusche kommt es auch darauf an, wie Wasser vom Untergrund ferngehalten wird. Eine wasserbeständige Tapetenoberfläche lässt keine pauschale Aussage darüber zu, welche Abdichtung darunter nötig ist.
Das zeigt die Verlegeanleitung von GlamFusion Plus ausdrücklich: Für Duschwände verlangt sie nach der Untergrundvorbereitung eine geeignete Abdichtung. Zusätzlich beschreibt sie die Behandlung von Rändern, Innenecken und Ausschnitten für Armaturen. Die werkseitige Schutzoberfläche ersetzt diese Anschlüsse nicht. Glamora – Verlegeanleitung, Abschnitt für feuchte Bereiche.
Solche Details planen wir vor dem Tapezieren. Sie sollten im fertigen Bad möglichst zurückhaltend wirken und zugleich ihre technische Aufgabe erfüllen.
Motiv und Material müssen zusammenpassen
Auch Tecnografica bietet mit H2O einen für feuchte Bereiche vorgesehenen Glasfaserträger an. Bei Instabilelab heißt die entsprechende Lösung Fibratex; dazu gehören die vom Hersteller vorgesehenen Klebe- und Schutzkomponenten. Tecnografica – H2O und Instabilelab – Fibratex.
Ein Motiv aus der Kollektion ist allerdings nicht automatisch auf jedem Träger erhältlich. Gerade besondere Materialeffekte brauchen eine eigene Prüfung. Im Fibratex-Datenblatt ist beispielsweise die 24K-Kollektion ausdrücklich von den dafür druckbaren Motiven ausgenommen.
Für die Gestaltung überlegen wir außerdem, wo das Motiv beginnt, wie es um eine Ecke läuft und welche Teile durch Spiegel, Möbel oder Armaturen verdeckt werden. Eine stimmungsvolle Wand darf auch auf einer einzelnen, gut gewählten Fläche wirken.
Was bedeutet das für Reinigung und spätere Veränderungen?
Die Pflege richtet sich nach dem ausgeführten System. Für GlamFusion Plus empfiehlt Glamora unter anderem, Verschmutzungen zeitnah mit einem angefeuchteten, nicht scheuernden Hilfsmittel zu entfernen und Reinigungsmittel vorab an unauffälliger Stelle auf Verträglichkeit zu prüfen. Daraus ergibt sich keine allgemeine Freigabe jedes Badreinigers für jede Nassraumtapete. Glamora – Pflegehinweise.
Falls Sie das Motiv später wechseln möchten, lohnt sich ebenfalls ein Blick auf den Aufbau. Eine fest verklebte und geschützte Wandbekleidung lässt sich nicht wie ein Bild umhängen. Ob ein Austausch, eine Überarbeitung oder eine neue Untergrundvorbereitung sinnvoll ist, wird am vorhandenen System beurteilt.
Wie gehen wir Ihr Badezimmer an?
Ein paar Fotos, ungefähre Raummaße und Ihre Wünsche helfen beim Einstieg: Soll eine einzelne Wand mehr Ausdruck bekommen oder verändern wir das gesamte Bad? Bestehende Fliesen, die Dusche und angrenzende Oberflächen beziehen wir dabei mit ein.
In der Kleinen Raumphilosophie verbinden wir Raumplanung mit der handwerklichen Ausführung. Das erste Projektgespräch ist kostenfrei und unverbindlich, im Schauraum in Marchtrenk nach Terminvereinbarung. Weitergehende Planung, Bemusterung und Ausführung vereinbaren wir gesondert.
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Über den Autor
Kleine Raumphilosophie – Patrick Klein
Patrick Klein verbindet seine Ausbildung im Interior Design mit handwerklicher Erfahrung in der Malerei, bei Tapeten und besonderen Oberflächen. In der Kleinen Raumphilosophie in Marchtrenk entwickelt er Raumkonzepte und führt zentrale Gestaltungsarbeiten mit seinem Betrieb selbst aus.