Wissen · Farbe & Licht

Warum ist mein Wohnzimmer hell genug und wirkt trotzdem nicht gemütlich?

Viel Licht allein macht einen Wohnraum noch nicht angenehm. Es kommt darauf an, wo es ankommt, was es hervorhebt und ob es Sie beim Sitzen blendet. Ein passendes Lichtkonzept berücksichtigt den Leseplatz ebenso wie den gemeinsamen Abend auf dem Sofa.

Vielleicht leuchtet die Deckenlampe den ganzen Raum aus, trotzdem möchten Sie sie am Abend am liebsten ausschalten. Bevor Sie eine weitere Leuchte kaufen, lohnt sich ein genauer Blick auf diese Situation.

Patrick Klein · Kleine Raumphilosophie

Beginnen Sie an Ihrem Sitzplatz

Setzen Sie sich dorthin, wo Sie gewöhnlich lesen oder fernsehen. Sehen Sie direkt in eine helle Lichtquelle? Spiegelt sich eine Leuchte im Bildschirm? Liegt das Buch im Schatten, obwohl der Boden gut beleuchtet ist? Notieren Sie die konkrete Störung. Sie lässt sich gezielter lösen als ein allgemeines Gefühl von zu viel oder zu wenig Licht.

Die Möbelposition gehört deshalb früh in die Planung. Eine Leuchte, die über der Raummitte sitzt, muss nicht über dem späteren Couchtisch oder neben dem Lesesessel liegen. Auch die Höhe, aus der Sie eine Leuchte betrachten, verändert ihre Wirkung.

Licht darf unterschiedliche Aufgaben übernehmen

Für die Orientierung im Raum, eine konzentrierte Tätigkeit und einen stimmungsvollen Akzent muss nicht überall dasselbe Licht eingeschaltet sein. Eine ruhige Grundbeleuchtung kann durch Licht am Leseplatz und einen Akzent an einer Wand ergänzt werden. Auch ERCO beschreibt Wohnraumbeleuchtung als Zusammenspiel verschiedener Lichtaufgaben. Hintergründe zur Beleuchtung von Wohnräumen.

Daraus entsteht keine feste Zahl von Leuchten pro Zimmer. Vielleicht erfüllen vorhandene Leuchten bereits einen Teil dieser Aufgaben. Entscheidend ist, ob Sie die passenden Bereiche einzeln nutzen können und ob die Leuchten zu Ihrer Einrichtung passen.

Deckenspots können dabei sinnvoll sein. Ein gleichmäßiges Raster an der Decke sagt für sich genommen aber noch wenig darüber aus, ob Sofa, Bilder oder Vorhänge das gewünschte Licht erhalten. Ebenso wenig wird indirekte Beleuchtung automatisch zur richtigen Lösung für jeden Platz.

Auch die Wände bestimmen den Helligkeitseindruck

Wenn vor allem der Boden hell ist, können die übrigen Flächen im Hintergrund bleiben. Licht auf einer Wand verändert den Eindruck des ganzen Raumes. Ein gezielter Akzent kann zudem ein Bild oder eine schöne Materialfläche sichtbar machen, ohne alle Bereiche gleich stark zu beleuchten.

Bei strukturierten Oberflächen zählt auch die Richtung. Seitlich einfallendes Licht kann die Zeichnung einer Oberfläche deutlich hervorheben. Das kann erwünscht sein, sollte aber mit Material, Untergrund und Ausführung abgestimmt werden. Eine neue Leuchte kann sonst Eigenschaften betonen, die zuvor kaum aufgefallen sind. Mehr zur Wirkung von gerichtetem Licht.

Warmweiß ist ein Ausgangspunkt, keine fertige Planung

Warmweißes Licht wird im Wohnbereich häufig als angenehm empfunden. Trotzdem kann auch eine warmweiße Leuchte blenden oder an der falschen Stelle stehen. Die Lichtfarbe allein beantwortet diese Fragen nicht.

Zudem sind Lichtfarbe und Farbwiedergabe unterschiedliche Eigenschaften. Zwei Lichtquellen mit derselben angegebenen Farbtemperatur können Stoffe, Holz und Wandfarben unterschiedlich erscheinen lassen. ERCO erläutert diesen Unterschied im Lichtwissen.

Betrachten Sie deshalb wichtige Materialmuster möglichst unter der vorgesehenen Beleuchtung. Besonders wenn mehrere Leuchten gemeinsam eingeschaltet werden, lohnt sich die Abstimmung ihrer Lichtwirkung. Eine passende Zahl auf der Verpackung ersetzt diesen Vergleich nicht.

Dimmen und Schalten früh mitdenken

Beim Lesen kann mehr Licht angenehm sein als beim anschließenden Gespräch. Getrennt schaltbare Bereiche und eine geeignete Dimmung machen diese unterschiedlichen Situationen möglich, ohne jedes Mal die Einrichtung zu verändern.

Ob sich eine LED-Lösung dimmen lässt und wie gut das funktioniert, hängt vom konkreten Produkt und der passenden Steuerung ab. Leuchte, gegebenenfalls Betriebsgerät und Dimmer müssen zusammenpassen. Hersteller wie LEDVANCE stellen dafür produktbezogene Kompatibilitätsinformationen bereit. Die Auswahl und elektrische Installation stimmen wir mit dem zuständigen Elektrofachbetrieb ab.

Ein Abend als Ausgangspunkt für die Planung

Probieren Sie mit Ihren vorhandenen Leuchten aus, welche Kombination Sie gerne nutzen. Schalten Sie einzelne Lichtquellen nacheinander dazu und beobachten Sie, was Ihnen noch fehlt. Es geht dabei um Ihre Wahrnehmung und Nutzung; für die technische Planung werden anschließend Leuchten, Positionen und Steuerung konkret geprüft.

In der Kleinen Raumphilosophie verbinden wir Raumplanung, Farbgestaltung und Lichtgestaltung. Wo eine neue Lichtidee in Wand- oder Deckenflächen integriert wird, gehören auch die handwerklichen Anschlüsse und die Abstimmung mit den weiteren Gewerken dazu.

Bringen Sie zum ersten Projektgespräch gerne Fotos und Ihre Beobachtungen mit. Dieses Gespräch im Schauraum in Marchtrenk ist unverbindlich und kostenfrei. Eine vertiefende Planung und Ausarbeitung vereinbaren wir gesondert.

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Über den Autor

Kleine Raumphilosophie – Patrick Klein

Patrick Klein verbindet seine Ausbildung im Interior Design mit handwerklicher Erfahrung in der Malerei, bei Tapeten und besonderen Oberflächen. In der Kleinen Raumphilosophie in Marchtrenk entwickelt er Raumkonzepte und führt zentrale Gestaltungsarbeiten mit seinem Betrieb selbst aus.

Fachliche Quellen

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